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ZHAW Medienpsychologie Newsletter
Aktuelles aus der Medienpsychologie
Sehr geehrte Damen und Herren

Ein sonderbares Jahr geht zu Ende und wir möchten Sie gerne über verschiedene Projekte aus unserer Fachgruppe informieren.

Heute wird die neuste JAMES-Studie publiziert, es ist inzwischen die sechste Ausgabe und wir freuen uns, trotz widriger Umstände in der Feldphase, die Ergebnisse mit Ihnen zu teilen. Zudem möchten wir Sie auf weitere aktuelle Studien hinweisen, die wir im Laufe des Jahres initiiert oder veröffentlicht haben: MIKE-Studie, ADELE+ und KiDiCoTi. Zu guter Letzt ein Hinweis auf die neuen Flyer mit Tipps zur Medienerziehung, welche wir in Zusammenarbeit mit dem Team von Jugend und Medien des BSV überarbeitet und erweitert haben. Zu all diesen Themen finden Sie untenstehend ausführlichere Informationen und weiterführende Links.

Wir wünschen Ihnen allen einen erfolgreichen Abschluss des Jahres und trotz Corona-Massnahmen frohe Feiertage und gute Gesundheit.

Freundliche Grüsse
Team Medienpsychologie der ZHAW
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JAMES Logo
JAMES-Studie
Seit 2010 werden alle zwei Jahre über Tausend Jugendliche in den drei grossen Sprachregionen der Schweiz zu ihrem Medienumgang befragt – wir feiern also das zehnjährige Jubiläum der JAMES-Studie. Diese Befragung findet normalerweise in der Schule statt, dieses Jahr musste auf eine Onlinebefragung ausgewichen werden, da die Schulen während der Erhebungsphase geschlossen waren. Es ist also auch methodisch eine aussergewöhnliche Ausgabe, teilweise sind die Ergebnisse auch durch die veränderte Freizeitgestaltung aufgrund verschiedener Corona bedingter Massnahmen beeinflusst.
Daniel Süss
«Die Jugendlichen mussten während des Lockdowns öfter zuhause bleiben und nutzten das Mobiltelefon dafür umso intensiver.»

Prof. Dr. Daniel Süss
Co-Studienleiter der JAMES-Studie
Internetnutzung verlagert sich immer stärker aufs Smartphone
Die Jugendlichen in der Schweiz nutzen das Handy unter der Woche (rund 3 Stunden) sowie vor allem am Wochenende (5 Stunden) länger als vor zwei Jahren. Die Dauer der Internetnutzung hat hingegen abgenommen. Zusammen betrachtet bleibt die Internet- und Handyzeit unter der Woche stabil; am Wochenende gibt es eine deutliche Zunahme von einer Stunde. Da die meisten der genutzten Inhalte nur mit Internetverbindung funktionieren, sind Handy- und Internetnutzung fast nicht mehr voneinander zu trennen. Auch TV oder Serien schauen die Jugendlichen häufiger als früher auf dem Handy. Die beliebtesten Sozialen Netzwerke sind Instagram, Snapchat und neu TikTok. Facebook – der Favorit im Jahr 2014 – ist kaum mehr ein Thema. Auffällig ist, dass die Jugendlichen auf Sozialen Netzwerken ihre Privatsphäre weniger mittels technischer Einstellungen schützen als früher. Möglicherweise spielt dabei die Art des Sozialen Netzwerks eine Rolle.
Gregor Waller
«Bei Plattformen wie Instagram und Snapchat ist das Sammeln von Likes wichtig. Wenn die Jugendlichen ihre Privatsphäre einschränken, sind sie weniger sichtbar und erhalten weniger Reichweite. Dies schränkt die Möglichkeiten ein, an Likes zu kommen.»

Gregor Waller
Co-Studienleiter der JAMES-Studie
Mädchen fotografieren und filmen, Jungen gamen
Wie immer werden Unterschiede zwischen verschiedenen Subgruppen aufgezeigt, diese können im ausführlichen Bericht nachgelesen werden. Als Beispiel dafür dient hier eine Illustration zu den Geschlechterunterschieden bei den medialen Freizeitbeschäftigungen:
Geschlechterunterschieden mediale Freizeitbeschäftigungen
Abbildung: Geschlechterunterschiede mediale Freizeitbeschäftigungen
Die Lieblingsgames haben sich übrigens kaum verändert: seit 2010 sind Call of Duty, FIFA und Grand Theft Auto beliebt. Später hinzugekommen sind Minecraft und Fortnite. Problematisch dabei ist, dass knapp ein Viertel der minderjährigen Gamerinnen und Gamer angibt, regelmässig Spiele zu spielen, die für ihr Alter nicht freigegeben sind. Wir empfehlen, dass sich Erwachsene mit den Videogames auseinandersetzen und auch selbst einmal spielen. So können sie die Faszination dieses Hobbys besser nachvollziehen, Minderjährige besser schützen und sie beim verantwortungsvollen Umgang mit den Games unterstützen.

Lesen Sie mehr zur Rolle der Familie, der veränderten Nutzung von Zeitungen, Streamingdiensten und auch problematischen Aspekten der Mediennutzung wie sexueller Belästigung im Internet im ausführlichen Bericht zur JAMES-Studie 2020.
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ADELE Headerbild
ADELE+
Im Auftrag des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan) haben wir im Rahmen der ADELE+ Studie untersucht, wie Kinder im Alter zwischen vier und sechs Jahren Medien nutzen und inwiefern der digitale Medienumgang mit gesundheitsrelevanten Aspekten zusammenhängt. Bis anhin gibt es kaum Studien, die den Medienumgang von Vorschulkindern beschreiben. Mit ADELE+ liegen für die Schweiz nun erstmalig repräsentative Daten vor, die zeigen, dass der Alltag von Vorschulkindern viel stärker durch nicht-mediale als durch mediale Aktivitäten geprägt ist. Der Fernseher ist bei Kindern in diesem Alter das wichtigste Bildschirmmedium: 70% aller Kinder schauen regelmässig fern. Weiter zeigen die Ergebnisse der Studie, dass die Intensität der digitalen Mediennutzung nicht mit dem psychischen oder körperlichen Wohlbefinden zusammenhängt. Ein schwacher Zusammenhang zeigt sich hingegen zwischen der Bildschirmzeit und der Schlafqualität der Kinder. Weitere spannende Befunde lesen Sie im Bericht.
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Kids’ Digital lives in Corona times (KiDiCoTi)
Kids’ Digital lives in Corona times (KiDiCoTi)
Das digitale Leben der Kinder und Jugendlichen in der Corona-Zeit
Als Teil der europaweit durchgeführten Studie «Kids’ Digital lives in Corona times (KiDiCoTi)» wurden im Frühsommer 2020 in der Schweiz lebende Eltern und deren 10- bis 18-jährige Kinder befragt. Im Onlinefragebogen wurde erfasst, wie Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern während der Corona-Zeit mit digitalen Medien umgegangen sind. Der Schwerpunkt lag dabei auf Online-Risiken, der Privatsphäre und dem Wohlbefinden der Kinder und Jugendlichen.

Das internationale Projekt wird vom JRC Joint Research Centre, Cyber & Digital Citizens’ Security Unit, der Europäischen Kommission koordiniert. Ausserdem sind weitere Institutionen in ganz Europa beteiligt. Der vollständige Ergebnisbericht folgt im Frühjahr 2021. Bereits publiziert wurden erste Analysen zum Themenbereich des Fernunterrichts: Dieser internationale Bericht beinhaltet Aussagen zu allen Ländern, die an der Befragung beteiligt waren.
Weiter zum KiDiCoTi-Projekt
JRC-Projektseite
Projektpartner (PDF)
Internationaler Bericht zu Fernunterricht
MIKE-Logo
MIKE-STUDIE 2019
Primarschulkinder in der Schweiz beschäftigen sich in ihrer Freizeit am liebsten mit Spielen oder Sport. Dies zeigt die neuste MIKE-Studie, für die zum dritten Mal über 1000 Primarschulkinder im Alter von 6 bis 13 Jahren zu ihren Medien- und Freizeitaktivitäten befragt wurden. Die Studie wurde noch vor der Corona-Krise durchgeführt. Aufwändige Hobbies nehmen zwar ab, die Kinder bevorzugen aber weiterhin nonmediale Freizeitaktivitäten – obwohl fast die Hälfte ein Handy besitzt. Drinnen oder draussen spielen und Sportarten wie Fussball, Fahrradfahren und Schwimmen sind die beliebtesten nonmedialen Freizeitbeschäftigungen von Primarschulkindern in der Schweiz. Wichtige mediale Tätigkeiten sind hingegen das Fernsehen und Gamen. Verglichen mit früheren Erhebungen hat sich dies kaum verändert.
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RATGEBER MEDIENKOMPETENZ
Flyer mit Empfehlungen für Eltern
Der Ratgeber Medienkompetenz, den wir inhaltlich verantworten und von der Plattform Jugend und Medien vertrieben wird, ist unsere meistgelesene Publikation und wird laufend aktualisiert. Den dazugehörigen Flyer haben wir zusammen mit dem Team «Jugend und Medien» stark überarbeitet und drei Versionen für verschiedene Altersgruppen der Kinder und Jugendlichen erstellt, da deren Eltern und weitere Bezugspersonen mit unterschiedlichen Herausforderungen konfrontiert sind. Diese drei Flyer (0-7 Jahre, 6-13 Jahre und 12-18 Jahre) wurden wiederum in 16 Sprachen übersetzt und sind kostenlos als PDF oder Print erhältlich.
Empfehlungen zum Umgang mit digitalen Medien
Flyer für Eltern von Kindern bis 7 Jahre
Flyer für Eltern von Kindern zwischen 6 und 13 Jahren
Flyer für Eltern von Jugendlichen