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Flatrate-Streaming bei Jugendlichen immer beliebter
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Netflix, Spotify & Co. geben bei den Jugendlichen in der Schweiz den Ton an. Dank Flatrate-Streaming hat über die Hälfte beinahe unbegrenzt Zugriff auf Filme, Musik oder Games. Dies zeigen die aktuellen Ergebnisse der JAMES-Studie 2018, die seit 2010 durchgeführt wird. Bereits zum fünften Mal wurden dafür rund 1000 Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren zu ihrer Mediennutzung befragt. Jugendliche kommunizieren vor allem mit dem Handy per Instagram, WhatsApp oder Snapchat. Facebook nutzt nur noch jeder fünfte Jugendliche regelmässig.

Weitere Ergebnisse und den Link zur JAMES-Studie finden Sie in diesem Newsletter.

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Team Medienpsychologie der ZHAW
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• Video- und Musik-Streaming-Abos
• Streaming beeinflusst Inhalte
• Snaps und Stories dominieren
• Cybergrooming hat zugenommen
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Video- und Musik-Streaming-Abos
Ein Drittel der Jugendlichen in der Schweiz verfügt über ein eigenes Video- und Musik-Streaming-Abo von Netflix, Spotify & Co. (Video: 33 Prozent; Musik: 35 Prozent). Damit haben sich diese beiden Abotypen in den letzten beiden Jahren mehr als verdoppelt. Sogar über die Hälfte der Haushalte ist mit solchen Streaming-Abos ausgestattet (Video: 56 Prozent; Musik: 51 Prozent), wie die nachfolgende Grafik zur Aboverfügbarkeit in den Haushalten zeigt:
Grafik Streaming
Das Flatrate-Streaming wirkt sich auf den Gerätebesitz der Jugendlichen aus. Radiogeräte, DVD- sowie MP3-Player verlieren an Bedeutung. Besassen beispielsweise vor sechs Jahren noch vier von fünf Jugendlichen einen MP3-Player, sind es heute noch zwei von fünf (2016: 53 Prozent; 2018: 38 Prozent).
Prof. Dr. Daniel Süss
«War es in früheren Jahren vor allem die Verbreitung des Smartphones, die die Nutzungsgewohnheiten der Jugendlichen stark veränderte, spielen jetzt Musik- und Video-Streaming-Dienste eine grosse Rolle».

Prof. Dr. Daniel Süss, Co-Studienleiter
Streaming beeinflusst Inhalte
Flatrate-Streaming ermöglicht den Schweizer Jugendlichen nicht nur den Zugang zu einem riesigen Angebot an Filmen, Musik oder Games, sondern beeinflusst auch ihre Vorlieben. Die beliebteste Serie ist beispielsweise «Haus des Geldes» (Originaltitel: La casa de papel), die mittlerweile auch über Netflix verbreitet wird. Von den zehn beliebtesten Serien stammen insgesamt sieben von diesem Serienportal, wie in der nachstehenden Wordcloud ersichtlich:
Wordcloud beliebteste Serien
Auch bei Videospielen gibt es vermehrt Game-Flatrate-Abos wie Playstation Now oder Xbox Game Pass. Bereits 23 Prozent der Jugendlichen und ein Drittel der Haushalte verfügen damit über einen Zugriff auf eine breite Palette von Games. Games sind zunehmend über viele Plattformen hinweg spielbar, was ihre Verbreitung, wie beim beliebtesten Game «Fortnite», fördert. Gleichzeitig verlieren tragbare Spielkonsolen an Relevanz, da vermehrt mit Handy oder Tablet gespielt wird.
Gregor Waller
«Neben dem schier unendlichen Angebot werden aufgrund der Nutzung zusätzliche Titel algorithmisch vorgeschlagen. Wie sich dieses Unterhaltungs-Schlaraffenland auf das Verhalten auswirkt, wird sich erst noch zeigen».

Gregor Waller, Co-Projektleiter
Snaps und Stories dominieren
94 Prozent der Schweizer Jugendlichen sind bei mindestens einem sozialen Netzwerk angemeldet. Allerdings wird bis zu 20 Prozent der Accounts nicht aktiv genutzt. Fast alle Befragten verfügen über einen Account bei Instagram (87 Prozent) oder Snapchat (86 Prozent). Eine Mehrheit nutzt diese mehrmals pro Tag. Anders bei Facebook: Nur noch die Hälfte der Jugendlichen hat einen entsprechenden Account. Lediglich ein Fünftel aller Jugendlichen nutzt Facebook mindestens mehrmals pro Woche.
In den sozialen Netzwerken sind Jugendliche zurückhaltend und geben wenig öffentlich preis, wie die untenstehende Grafik zeigt. Am häufigsten werden Fotos, Videos oder Texte von anderen angeschaut (82 Prozent mind. mehrmals pro Woche) und gelikt (80 Prozent).
Grafik Snaps
Auch das Chatten innerhalb der Netzwerke ist beliebt (75 Prozent). Hingegen postet weniger als die Hälfte der Befragten regelmässig Fotos, Videos oder Texte. Wenn, dann handelt es sich meist um zeitlich limitierte Beiträge (45 Prozent) oder solche für ein ausgewähltes Publikum (29 Prozent). Snapchat und Instagram unterstützen zeitlich begrenzte Beiträge wie Snaps oder Stories, die wieder verschwinden. Zudem haben drei Viertel der Jugendlichen Einstellungen aktiviert, die Fotos und Videos nur bestimmten Personen anzeigen.
Cybergrooming hat zugenommen
Ein Drittel der Jugendlichen in der Schweiz ist online bereits einmal von einer fremden Person mit unerwünschten sexuellen Absichten angesprochen worden. Bei den 18- und 19-Jährigen ist es fast die Hälfte (43 Prozent), aber auch 12-/13-Jährige sind betroffen. Dieses sogenannte Cybergrooming hat in den letzten vier Jahren signifikant zugenommen (2014: 19 Prozent; 2018: 30 Prozent).
Grafik Cybergrooming
«Hier muss deshalb bereits früh Aufklärungsarbeit geleistet und Jugendliche im Umgang mit solchen Kontaktaufnahmen unterstützt werden», sagt Michael In Albon, Jugendmedienschutz-Beauftragter bei Swisscom. Schon mindestens einmal online fertig gemacht wurde knapp ein Viertel der Befragten (23 Prozent). Cybermobbing ist somit seit 2010 in etwa stabil geblieben. «Jugendliche unterschiedlichster Hintergründe und bereits 12-Jährige sind von Cybermobbing betroffen. Deshalb ist es wichtig, dass die Präventionsarbeit bereits in der Primarschule einsetzt», sagt In Albon. Knapp die Hälfte der Jugendlichen hat schon einmal eine fremde Internetbekanntschaft getroffen (42 Prozent).
Weitere Informationen & Downloads
Ergebnisbericht JAMES-Studie 2018
Rapport résultats de l'étude JAMES 2018
Rapporto risultati dello studio JAMES 2018
Findings of the JAMES Report 2018
Über die JAMES-Studie
Die JAMES-Studien bilden den Medienumgang von Jugendlichen in der Schweiz ab. JAMES steht für «Jugend, Aktivitäten, Medien – Erhebung Schweiz» und wird alle zwei Jahre durchgeführt. In der repräsentativen Studie werden seit 2010 von der ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften im Auftrag von Swisscom über 1‘000 Jugendliche im Alter von 12 bis 19 in den drei grossen Sprachregionen der Schweiz zu ihrem Medien- und Freizeitverhalten befragt.

www.zhaw.ch/psychologie/james
#jamesstudie2018
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Swisscom ist Kooperationspartnerin der ZHAW
Die Mediennutzung auf verschiedenen Endgeräten gehört heute zum Alltag von Jugendlichen. Medienkompetenz und Jugendmedienschutz zählen zu den Kulturkompetenzen wie Lesen oder Rechnen. Swisscom engagiert sich seit 2001 im Bildungswesen: Über 6‘000 Schweizer Schulen nutzen das Angebot "Schulen ans Internet", jährlich besuchen Medienexperten über 30'000 Schüler, Eltern und Lehrpersonen und fördern die Medienkompetenz. Swisscom ist Auftraggeberin der JAMES-Studie, die von der ZHAW durchgeführt wird.